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Der Friedrichshof

Seinen Namen erhielt der Friedrichshof vom Habsburger Erzherzog Friedrich, der hier ab 1890 ein landwirtschaftliches Mustergut aufbaute – eine Ausstellung im 1. Stock des Hotels zeigt rekonstruierte Ansichten der historischen Gebäude sowie k.u.k. Landkarten der Gegend. 1934 wurde der Gutsbetrieb aufgegeben, das Land parzelliert und verkauft. Die meisten Häuser verfielen und wurden nach dem Krieg abgetragen.

Auf seine heutige Gestalt wuchs das rund zwanzig Hektar umfassende Gelände im Wesentlichen im Zeitraum von 1972 bis 1990, als eine Kommune rund um den Wiener Aktionisten Otto Muehl das Areal erwarb und ein alternatives Gesellschafts- und Lebensmodell begründete. Alte Gebäude wurden renoviert und großflächig neue mit entsprechender Infrastruktur geschaffen, die Landschaft aufgeforstet und gartenarchitektonisch umgestaltet.

Ende 1990 löste sich die Kommune auf, und der Besitz wurde in eine Genossenschaft eingebracht. Viele der ehemaligen Mitglieder verließen den Friedrichshof, zahlreiche neue Bewohner siedelten sich an. 1999 wurde eine Rehabilitationseinrichtung für junge psychisch kranke Menschen eröffnet. Nach der EU-Erweiterung im Jahr 2004 setzte eine rege Bautätigkeit ein, architektonisch anspruchsvolle Privathäuser sowie Genossenschaftswohnungen entstanden. Das Archiv der Kommune wird in der Sammlung Friedrichshof aufgearbeitet und seit 2011 der wissenschaftlichen Forschung zugänglich gemacht.

Heute versteht sich der Friedrichshof als urbanes Dorf, das die Vorteile von Stadt- und Landleben vereint. Mit seiner bewegten Geschichte und den inzwischen über zweihundert Bewohnern aus zahlreichen Nationen ist er durch seine Vielfalt und Offenheit ein Ort mit weitem geistigen und sozialen Horizont geworden.

www.friedrichshof.at